Frauen im Bereich Beleuchtung: Marie-Pierre Defoin

Marie-Pierre Defoin - Chief HR Officer
Marie-Pierre Defoin
Chief HR Officer - Schréder

Der Internationale Frauentag dient der weltweiten Würdigung der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Verdienste von Frauen.

Anlässlich dieses besonderen Tages werfen wir ein Licht auf einige der vielen wunderbaren Frauen, die weltweit für Schréder arbeiten, erzählen ihre Geschichten und was dieser Tag für sie bedeutet.

Marie-Pierre Defoin schloss ihr Studium als Master in Chemieingenieurwesen ab. Nach einigen Jahren als Produktionsleiterin entwickelte sie eine Leidenschaft für die Förderung von Menschen in ihrer Arbeitsumgebung, was zu einer Karriere im Personalwesen führte! In beiden Bereichen war sie immer eine Wegbereiterin, die für sich und ihre Kolleg*innen Türen öffnete.

Marie-Pierre kam im März 2020 als Chief HR Officer zu Schréder und wurde ins kalte Wasser geworfen, als die Corona-Pandemie die Art, wie wir arbeiten, veränderte. 

Marie-Pierre Defoin - Chief HR Officer - Schréder Group

Was bedeutet der Internationale Frauentag für Sie?

Er bietet Gelegenheit, Frauen und alles, was sie tun, zu würdigen. Ich habe in vielen Ländern auf der ganzen Welt gearbeitet, und das Land, an das ich mich am Internationalen Frauentag immer am liebsten erinnere, ist Russland. Jede Frau erhält zu diesem Anlass eine Blume, eine schöne Geste in einem Land, das nicht immer als eines wahrgenommen wird, dass Gleichheit und Vielfalt feiert.

Natürlich geht das über diesen Tag hinaus, und in meiner Rolle als Chief HR Officer verfolge ich das Ziel, jeden Tag alle Arten von Vielfalt zu fördern, indem ich alle Mitarbeiter*innen ermutige, ihr Potenzial zu entfalten. 

 

Können Sie uns etwas über Ihren Hintergrund und Ihre Rolle bei Schréder erzählen?

Nun, zunächst einmal möchte ich sagen, dass mich die Tatsache, dass ich eine Frau bin, nie davon abgehalten hat, meine beruflichen Ziele zu erreichen! Ich hatte immer Manager*innen, die das Vertrauen in mich hatten, mein Potenzial sahen und mich ermutigten, meine Fähigkeiten zu entwickeln und zu wachsen.

Ich begann meine Karriere 1986 bei 3M, wo ich die erste weibliche Prozessingenieurin war, die in der Fertigungsabteilung eingestellt wurde! Mit 26 Jahren war ich die erste weibliche Produktionsleiterin bei Eridania (damals Teil von Montedison). Der damalige Werksdirektor war ein echter Visionär und Verfechter der Vielfalt. Ich leitete ein rein männliches Team, aber ich hatte ihr Vertrauen und ermutigte sie, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und unabhängiger zu werden.

Bei Eridania gefiel mir besonders der menschliche Aspekt meiner Aufgaben, und ich fühlte mich immer mehr zu einer Rolle im Personalwesen hingezogen, schon immer eine meiner Leidenschaften. Als dann eine Stelle in der Personalabteilung im F&E-Zentrum in Belgien frei wurde, ergriff ich meine Chance. Ich hatte das Glück, dass mein ehemaliger Manager mir vertraute. Er wusste, dass ich, obwohl ich keine offizielle Qualifikation hatte, in der Lage war, die Herausforderung erfolgreich anzunehmen.

Und so begann meine 21-jährige Laufbahn in der Personalabteilung, in der ich mich für Menschen einsetzte und sie unterstützte, ihre Ziele zu verfolgen. Ich kam letztes Jahr zu Schréder, um den personellen Aspekt der Unternehmensvision „Together, for our future“ umzusetzen, der Geschlechterparität, Diversität, Inklusion und Empowerment fördert.

Ich glaube fest an das Prinzip „Vielfalt übertrumpft Können“, und unser Programm „Together for our future“ zielt darauf ab, in der gesamten Organisation eine Kultur der Inklusion zu schaffen. Es sorgt für Vielfalt, indem es Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlicher Nationalität zusammenbringt, um Wissen und Know-how zu teilen und voneinander zu lernen. Es wird auch eine Umgebung geschaffen, die sicherstellt, dass für jeden eine Chance besteht.

 

Was können wir Ihrer Meinung nachtun, um mehr junge Frauen zu inspirieren und zu ermutigen?

Ich glaube, dass Mentoring der Schlüssel ist. Mit Mentorenprogrammen könnten mehr Frauen ermutigt werden, Führungsrollen zu übernehmen. Wie bereits erwähnt, hatte ich einige großartige Manager*innen, die mich wirklich ermutigt haben, mein volles Potenzial auszuschöpfen. Ich persönlich bin der Meinung, dass es von Vorteil ist, ein Vorbild zu sein und sich jungen Manager*innen zu öffnen, wenn man eine Führungsrolle anstrebt.

 

Welche Frauen hatten den größten Einfluss auf Ihr Leben, und warum?

Ich habe zwar keine weiblichen Vorgesetzten, da ich immer in grundsätzlich männerdominierten Arbeitsbereichen gearbeitet habe, aber eine Dame sticht definitiv heraus - Aurelia, die Geschäftsführerin für Österreich bei Eridania. Sie war eine hervorragende Skiläuferin und brachte diese Entschlossenheit, dieses Gespür und diese Disziplin in ihre Arbeit ein, während sie gleichzeitig sehr zugänglich war. In einer von Männern dominierten Branche hatte sie den Respekt aller, da sie in ihrem Job herausragend war.
Sie hat mir gezeigt, dass man, solange man sich selbst kennt, erreichen kann, was man will.

 

Was ist Ihr bisher größter beruflicher Erfolg?

Ich glaube eher daran, Schritt für Schritt kleine Ziele zu erreichen. Auf unserem Weg stehen wir irgendwann immer vor schwierigen Entscheidungen oder Handlungen. Und während wir sie angehen, merken wir, dass wir zu viel mehr fähig sind, als wir dachten.

Eine Herausforderung, die mir in den Sinn kommt, war, als ich bei Eridania gearbeitet habe. Wie bereits erwähnt, leitete ich ein Team von männlichen Arbeitern, die, als ich ankam, ihre Arbeit als Mittel zum Zweck sahen. Der Vorarbeiter, der damals 55 Jahre alt war, war überrascht, dass eine junge 26-jährige Frau das Team leiten sollte. Ich habe mit ihnen gearbeitet, um ihr Vertrauen nicht nur in mich, sondern auch in sich selbst aufzubauen, damit sie einen Schritt nach oben machen, ihre Fähigkeiten entwickeln und ihre Abteilung vollständig modernisieren können. Sie fingen an, stolz auf ihre Arbeit zu sein.
Ich war damals auch an schwierige Verhandlungen mit den Gewerkschaften beteiligt, und es hat mir wirklich klar gemacht, dass kein Berg zu hoch ist!

Ich habe 2 Söhne, die immer gesehen haben, dass ihre Mutter herausfordernde Rollen übernommen hat. Ich bin stolz, sagen zu können, dass sie die Gleichberechtigung voll unterstützen und keine Zweifel an den Fähigkeiten der Frauen haben! 

 

Welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben, die heute ihre berufliche Laufbahn beginnen?

Habe Selbstvertrauen und sei ehrlich - mach‘ dir bewusst, was du erreicht kannst. Wie das Sprichwort sagt, wurde Rom nicht an einem Tag erbaut und Ausdauer ist der Schlüssel. Sei Expertin im Lernen und Zuhören. Es hat dreieinhalb Jahre gedauert, bis ich den Sprung vom zentralen Engineering in die Personalabteilung geschafft habe.
 

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