Bahnhof Lüttich-Guillemins

Modernisierung der bisherigen Beleuchtung durch LED-Leuchten in einem technisch schwierigen Umfeld

Der von der Nationalen Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen (SNCB) betriebene Bahnhof Lüttich-Guillemins ist fraglos ein multimodaler Verkehrsknotenpunkt. Er ist einer der verkehrsreichsten Bahnhöfe der Wallonie und ein wichtiger nationaler und internationaler Bahnknotenpunkt.

Der im September 2009 eröffnete neue Bahnhof ist ein architektonisches Meisterwerk des berühmten Architekten Santiago Calatrava und weist ein ausgesprochen modernes Design mit einer majestätischen Kuppel aus Glas und Metall auf. Die beeindruckende Architektur des Bahnhofs ist zu einem Wahrzeichen der auch als „Glühende Stadt“ bekannten Stadt geworden und zieht viele Besucher*innen an.

Calatrava setzte zur Betonung der Gebäudearchitektur auf eine indirekte Beleuchtung. Um nicht von der Gebäudestruktur abzulenken, sollten die Leuchten mit herkömmlichen Entladungslampen ausgestattet und in Gehäusen untergebracht werden, die sie praktisch unsichtbar machen.

Diese Beleuchtungskonfiguration entsprach zwar dem architektonischen Gebot der Zurückhaltung von Calatrava, erschwerte jedoch die Wartung. Denn herkömmliche Entladungslampen müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Da die Leuchten schwer zugänglich waren, stellte der Austausch immer wieder eine große Herausforderung dar.
Aus diesem Grund beschloss die SNCB im Jahr 2021, die bisherige Beleuchtung durch LED-Leuchten zu ersetzen. Das neue System sollte die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • lange Lebensdauer und einfache Wartung
  • Senkung des Stromverbrauchs um mindestens 15 Prozent
  • höhere Beleuchtungsstärke
  • dezente Integration in die bestehende Architektur

Schréder hatte bereits 2014 die Beleuchtung für die Esplanade vor dem Bahnhof geliefert und wurde auch mit diesem neuen Projekt beauftragt.
 

Photometrisches Know-how zur Bewältigung der Herausforderungen

Das Vorhaben wurde mit einer photometrischen Studie eingeleitet, für die das Planungsteam ein 3D-Modell des Bahnhofs erstellte. Anschließend entwarf es die optimale Beleuchtungslösung und berücksichtigte dabei drei wesentliche Faktoren:

  • das Erreichen der erforderlichen Beleuchtungsstärken ausschließlich mit indirekter Beleuchtung
  • die vorhandene Stahl- und Glaskonstruktion, da diese die Lichtreflexion beeinflusst
  • Leuchten, die in die Gehäuse der alten HID-Leuchten integriert werden können
Place des Guillemins 2
Liège
Belgien

Kunde

SNCB

Partner

Vergabebehörde: SNCB
Installation: Lamelec

Es war eine echte Herausforderung, die 3D-Simulationen und die tatsächliche Lichtstimmung unter dem Glasdach und auf den Bahnsteigen miteinander abzugleichen.

Boris Gayet
Boris Gayet
Leiter der Anwendungsabteilung – Schréder Belgien

Für die Schaltkästen an den Technikmasten auf den Bahnsteigen wurden TAG Leuchten vorgeschlagen. Ihre kompakte und robuste Bauweise minimiert den Installationsaufwand und ermöglicht eine besonders platzsparende Unterbringung der optischen Einheiten. Zusätzlich erlauben unterschiedliche Montageoptionen eine optimale Ausrichtung des Lichts.

Für die Aufzüge, die die Fahrgäste von der Halle zu den Bahnsteigen befördern, wurden jeweils vier Leuchten des Typs OMNISTAR empfohlen. Die OMNISTAR Leuchte ist mit richtungsweisender Spitzentechnologie ausgestattet und bietet eine effiziente, energiesparende Beleuchtung bei geringem Wartungsaufwand. Die Leuchte überzeugt durch maximale Ausgewogenheit von hohem Lichtstrom und optimaler photometrischer Verteilung.

Die Leuchten, die über den Displays und den Fahrkartenautomaten auf den Fußgängerbrücken angebracht waren, wurden durch Leuchten des Typs CONTILED ersetzt. Für die Integration war eine kompakte, lineare Leuchte erforderlich. Die CONTILED ist zudem mit Treibereinheiten ausgestattet, die aus einer modularen Anzahl von LEDs bestehen und eine große Auswahl unterschiedlicher Lichtleistungen bieten. Zu ihren weiteren Vorteilen zählt die große Bandbreite an verfügbaren Optiken: Sie gewährleisten eine Lichtleistung, die perfekt auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Projekts abgestimmt werden kann.

40
TAG
24
OMNISTAR
22
CONTILED

Vom Konzept bis zur Umsetzung vor Ort

Nach der Kundenfreigabe des Beleuchtungsdesigns und der Leuchten erfolgte ein Vorabtest vor der eigentlichen Installation. Wir stellten dem Installationsunternehmen Muster der verschiedenen Leuchten zur Verfügung. So konnte das Endergebnis in puncto Integration und Ästhetik vor Ort veranschaulicht und zudem sichergestellt werden, dass die neuen Leuchten in die Gehäuse der alten Leuchten passen.

Nachdem der Kunde auch diese Phase genehmigt hatte, wurden alle Leuchten installiert und präzise ausgerichtet. Jede Leuchte ist auf einer Halterung montiert, die eine spezifische Winkeleinstellung ermöglicht, damit die gewünschte Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit erzielt werden kann.

Der Erfolg dieses Projekts hing von der sorgfältigen Auswahl der richtigen Beleuchtungslösungen ab. Diese mussten sich nahtlos in die bestehenden Strukturen integrieren lassen. Die Anforderung, für die indirekte Beleuchtung leistungsstarke LED-Leuchten zu verwenden, erschwerte dieses Vorhaben zusätzlich. Das stellte die Modellierungskompetenz und die Fähigkeit unseres Planungsbüros, die richtigen Parameter zu definieren, auf die Probe. Durch die Zusammenarbeit mit in diesem Bereich bewanderten Expert*innen und dank dem Know-how des Installationsunternehmens gelang es uns jedoch, auch diese technische Herausforderung zu meistern. Schließlich ist jeder Erfolg das Ergebnis menschlichen Strebens.

Christophe Borgniet
Christophe Borgniet
Regionalvertriebsleiter – Schréder Belgien

Mit dieser neuen Lösung erhält die SNCB eine nachhaltige und energieeffiziente Beleuchtung, die die architektonische Integrität des Bauwerks bewahrt und es gleichzeitig eindrucksvoll in Szene setzt.

Die Mitarbeitenden von Schréder sind besonders stolz darauf, dass sie diese technische Herausforderung gemeistert haben und ihr Fachwissen einbringen konnten, um dieses legendäre Wahrzeichen Lüttichs angemessen zu beleuchten.