Langfristig denken: Lifecycle Management für Beleuchtungslösungen
Die Nachhaltigkeit genießt bei Schréder schon seit Langem Priorität – und das wird auch in Zukunft so bleiben. In unserer aktuellen Blogreihe haben wir untersucht, auf welche Art und Weise kreislaufwirtschaftliche Prinzipien in die Phasen unserer Arbeit integriert sind: von den verwendeten Materialien bis hin zum Einsatz digitaler Zwillinge in der Entwicklung sowie während des gesamten Designprozesses. Doch was geschieht, nachdem eine Beleuchtungsanlage in Betrieb genommen wurde? Gerne möchte ich Ihnen erläutern, wie wir unsere Kund*innen während des gesamten Lebenszyklus der von ihnen erworbenen Schréder Lösung unterstützen. Schließlich halten unsere Produkte jahrzehntelang.
Beginnen wir mit einem kurzen Rückblick. „Eine Beleuchtungsplanung ohne Berücksichtigung der Umweltbelastungen ist nicht mehr akzeptabel. Auftraggeber aus dem öffentlichen Bereich legen immer mehr Wert auf eine nachhaltige Entwicklung“, so hieß es im Jahr 2013 in unserer Broschüre über die FURYO, eine richtungsweisende Leuchte, die sich durch Energieeinsparungen, eine hohe Leistung und einen um 30 Prozent geringeren Materialverbrauch als die bisher produzierten Leuchten auszeichnete.
War das der richtige Weg? Ja, absolut! In vielen Ländern Europas und auf anderen Kontinenten liefern unsere Leuchten seit zehn, zwanzig oder sogar noch mehr Jahren das richtige Licht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Kund*innen berichten, dass ihre Beleuchtungsanlagen aus den 1970er-Jahren noch immer zuverlässig funktionieren: Das ist gelebte Nachhaltigkeit.
Hinter allen Komponenten steckt eine Idee: Nachhaltigkeit
Alle Leuchten enthalten sehr ähnliche technische Komponenten. Mein Kollege Valerio Castiglione schrieb über das System FLEXIA. Es basiert auf derselben technischen Plattform und umfasst verschiedene, sehr anpassungsfähige Leuchten. Das System war ein großer Fortschritt in puncto Nachhaltigkeit und Wartungsfreundlichkeit. Wir bieten ein ähnliches System für unser gesamtes Sortiment an Stadt- und Straßenbeleuchtungslösungen an.
Wir haben die sogenannte „gemeinsame Versorgungseinheit“ entwickelt. Dabei kommt bei einer Vielzahl verschiedener Leuchten stets dieselbe Trägerplatte zum Einsatz, sodass nach Bedarf unterschiedliche Komponenten montiert werden können. Dies erleichtert die Wartung und den Austausch von Ersatzteilen. Außerdem werden Kosten eingespart, ohne den individuellen Look und Charakter der einzelnen Modelle zu beeinträchtigen. Mit einem zentralen Managementsystem (CMS) wie etwa Schréder EXEDRA, mit dem sich die Beleuchtung nach der Installation auf unterschiedlichste Weise anpassen lässt, erreicht die Nachhaltigkeit eine neue Dimension.
Das Vorschaltgerät, die Sicherungen und andere gängige Komponenten befinden sich in einem leicht zugänglichen Bereich, der vom LED-Modul getrennt ist. Das System ist derzeit für die Leuchten CITEA NG2, YOA, YMERA, STYLAGE, HAPILED und INOA erhältlich. Wir planen die Einführung des Systems bei weiteren Leuchten bis Ende dieses Jahres. Die gemeinsame Versorgungseinheit erleichtert die Modernisierung während der gesamten Lebensdauer der Leuchte. Die Kunden können technische Komponenten vorab beschaffen und sichergehen, dass diese in alle ihre Leuchten passen. Der Zugang erfolgt schnell und ohne Werkzeug. Sollte mit einer Komponente einmal ein Problem auftreten, so muss nur diese eine ausgetauscht werden – ein klarer Pluspunkt für die Nachhaltigkeit.
Brillante Ideen für LEDs
Seit der ersten LED-Revolution wird diese Technologie stetig weiterentwickelt: Neue LED-Generationen erzielen eine immer höhere Lichtausbeute bei geringerer Wärmeentwicklung. Schréder setzt seit jeher auf LEDs höchster Qualität und ist führend bei der Bereitstellung von Licht mit unterschiedlichsten Farbtemperaturen, das die Umwelt nicht belastet. LEDs bieten mit 50.000 bis 100.000 Stunden eine deutlich längere Lebensdauer als herkömmliche Hochdruck-Entladungslampen, die nur 10.000 bis 20.000 Stunden durchhalten. Doch auch LEDs müssen irgendwann ausgetauscht werden.
Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, bieten wir unseren Kunden stets die neueste LED-Technologie an. Wir evaluieren unsere Produkte jährlich anhand von Kriterien wie Energieeffizienz und Lichtqualität und wählen stets die beste Lösung aus. Beim Austausch eines LED-Moduls wird dieses gleichzeitig aufgerüstet – das ist Nachhaltigkeit durch und durch.
Die Flamme nachhaltig am Leben erhalten
Wir bauen nicht nur langlebige Anlagen, sondern erwecken auch historische Laternen, die schon vor mehr als hundert Jahren aufgestellt wurden, zu neuem Leben. Mithilfe unserer Nachrüstlösungen werden bereits vorhandene Leuchten mit modernen LED-Lichtmodulen ausgestattet. Die Nachrüstung trägt dazu bei, dass unsere Kund*innen ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen können. Jede Leuchte, die umgerüstet und nicht verschrottet wird, ist ein Gewinn für die Kreislaufwirtschaft und für die Ressourcen unserer Erde. Deshalb entwickelt unser Schréder STUDIO verschiedene Module, mit denen vorhandene Leuchten nachgerüstet werden können.
Das Atomium ist ein Wahrzeichen der Brüsseler Skyline. Schréder ist seit dessen Errichtung im Jahr 1958 mit an Bord: Damals brachten wir unser Know-how beim Elektropolieren der neun Metallkugeln ein. 1999 entwickelten wir gemeinsam mit dem Lichtdesigner Patrick Rimoux die ATOM, eine nach Maß gefertigte Leuchte für den nahe gelegenen Freizeitpark und den Boulevard du Centenaire.
Mit ihrer beeindruckenden dreieckigen Form auf opalfarbenem Acryl und Edelstahl verleiht die ATOM dem Bereich eine unverwechselbare Identität, die im Kontrast zu den Metallkugeln des Atomiums steht. Als die Stadt Brüssel 2022 beschloss, die dortige Beleuchtung auf LED-Technologie umzustellen, entschied man, die hervorragend erhaltenen Säulen weiterhin zu nutzen.
Schréder STUDIO entwickelte eine Lösung, bei der die ATOM Leuchten vor Ort modernisiert wurden und das Design unverändert beibehalten werden konnte. Wir ersetzten die alten Entladungslampen durch moderne LED-Optiken. Dabei rüsteten wir alle optischen Einheiten mit den neuesten LEDs nach und reduzierten dadurch die Gesamtleistung auf 150 W pro Lichtsäule, was den Stromverbrauch um 75 Prozent senkte.
Nachrüstung ganz nach Ihren Vorstellungen
Neben dem Nachrüstungskonzept von Schréder STUDIO bieten wir zwei weitere Standardoptionen an. Mit CIRCLE LED BASE lässt sich die Lebensdauer von Leuchten verlängern. Diese Lösung verbindet innovative Technologie mit Nachhaltigkeit und verbesserter Energieeffizienz. Der Nachrüstsatz lässt sich auf einfache Weise in unterschiedlichste Leuchten integrieren und ersetzt ältere Lichtquellen.
In der niederländischen Stadt Den Bosch modernisieren wir derzeit 70 Jahre alte historische Kupferlaternen und 20 Jahre alte herkömmliche Hängeleuchten. Die Gehäuse der Laternen sind zwar alt, doch die Lösung CIRCLE LED BASE passt genau hinein. So können 800 Straßenleuchten modernisiert werden, ohne dass für die Gehäuse neue Rohstoffe verbraucht werden oder der Charme der Stadt verloren geht. Das ist eine wirklich nachhaltige, zukunftsfähige Beleuchtung.
Schließlich bieten wir für die TECEO, einen unserer absoluten Bestseller, noch eine weitere Option an. Diese klassische Leuchte kommt fast auf der ganzen Welt zum Einsatz. Die frühesten Baureihen stammen noch aus einer Zeit, in der es noch kein Internet der Dinge und keine CMS-Konnektivität gab. Umweltbewusste Betreiber von TECEO Leuchten können diese mit TECEO UPLINK schnell und problemlos auf Konnektivität umrüsten. Das Produkt wird einfach in die vorhandene Leuchte eingesetzt und bietet die Energieeffizienz der LED-Technologie, ohne dass dadurch das klassische Design beeinträchtigt wird.
Die Magie bewahren
Die Investition in eine Schréder Beleuchtungslösung ist der Beginn einer langfristigen Partnerschaft. Die Leuchten halten jahrzehntelang, und ein CMS wie etwa Schréder EXEDRA eröffnet Möglichkeiten für zusätzliche Energieeinsparungen. Städte in aller Welt leisten ihren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel, und wir möchten sie bei jedem Schritt auf diesem Weg unterstützen. Wenn es technische Weiterentwicklungen gibt, sollen die Städte davon profitieren. Wenn sie ihre bestehenden Anlagen modernisieren möchten, unterstützen wir sie dabei – und versuchen nicht, ihnen ohne Not neue Anlagen zu verkaufen. In jeder Phase überlegen wir genau, welche Ressourcen wir wie einsetzen. Es ist unser aller Pflicht, für die Zukunft jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Über die Autorin
Schon von klein auf hat sich Pauline Vincent für die technischen Zusammenhänge interessiert. Sie hat ihr Studium in den Fächern Maschinenbau und Werkstofftechnik mit Schwerpunkt Produktdesign/Lifecycle Management abgeschlossen. Sie war in verschiedenen Branchen tätig und an der Entwicklung von Aufzügen und Flugzeugen mit besonderem Augenmerk auf die Details in den Fertigungsprozessen beteiligt, bevor sie 2017 als Customisation Product Engineer zu Schréder wechselte. Dank ihres fundierten technischen Know-hows und ihrer praxisnahen Detailkompetenz in Entwicklung und Fertigung ist Pauline Vincent die Idealbesetzung für die Überwachung des gesamten Produktlebenszyklus unserer Leuchten. Heute sorgt sie als Lifecycle Managerin der Schréder Group dafür, dass wir die Erwartungen unserer Kund*innen an nachhaltige Produkte erfüllen.
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